Bilder Psychomotorik

Zusatzqualifikation Psychomotorik

Eine berufsbegleitende, 200-stündige Weiterbildung in Psychomotorik

Um gut psychomotorisch Arbeiten zu können, reicht die Zusatzqualifikation Psychomotorik (als Modul 1) völlig aus. Sie erhalten als Abschluss ein Zertifikat vom IBP. Um mehr von Ihnen und Ihrer Arbeit zu erfahren, können Sie später, wenn Sie möchten, das Modul 2 und das Modul 3 anhängen. Abschluss ist das Zertifikat: PsychomotorikerIn (IBP)®

Kinder wollen rennen, klettern, springen, toben. Kinder wollen die „Welt“ erforschen, begreifen, ihre Umwelt, sich selbst, Freunde und Spielkameraden kennen lernen. Sie wollen ihre gemachten Erfahrungen ausprobieren, eigene Grenzen spüren, spielfähig sein. Körper-, Leib- und Bewegungserfahrungen sind eine wichtige Basis von Identitätsentwicklung.

Das Selbstkonzept entwickelt sich aus den Erfahrungen, die das Kind im Hinblick auf seine körperlichen Fähigkeiten und Handlungen macht. Kindesentwicklung ist subjektive Lebensgeschichte im Kontext sozialer und gesellschaftlicher Lebensumwelt; sie vollzieht sich in kleinen und kleinsten Schritten, die von Seiten der Erwachsenen viel Toleranz und Geduld erfordern, um das jeweilige Tempo des Kindes ernst zu nehmen und zu respektieren.

Das Buch »Ich habe eine Idee« ist Basisliteratur der Zusatzqualifikation. Das Buch erhalten Sie kostenlos zum ersten Kurswochenende. Es beinhaltet Praxiserfahrungen aus dem IBP. (2. Aufl. 2006, ISBN 3-8080-0509-2, Preis 24,50 €) Hier zur Rezension.

Um kindliche Entwicklung prozessorientiert begleiten zu können, müssen auch gesellschaftliche und soziale Ebenen berücksichtigt werden, denn Aspekte globaler gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen wirken immer stärker auf eine immer individualisiertere kindliche Entwicklung: Haltungs-, Gesundheits- und seelische Schäden steigen rasch an. Immer mehr Kinder sind übergewichtig oder fettleibig (adipös), vielfach dann auch mit Folgeerkrankungen (wie Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes, Osteoporose); Schulkinder haben immer häufiger Stresssituationen und nehmen Medikamente zur besseren psychischen Befindlichkeit; motorisch ansteigend sind Muskelfunktionsstörungen, Herz- und Kreislaufschwächen, Haltungsschwächen und Übergewicht, Wirbelsäulenschäden und mangelndes koordinatives Vermögen. Die Süddeutsche Zeitung v.13.06.96 beschreibt diese Entwicklung süffisant: „Jedes zweite Kind trägt seine Zuckertüte schon mit einer Haltungsschwäche zur Einschulung“.

In unserer psychomotorischen Arbeit geben wir Kindern über Handlungen und Tätigkeiten Raum und Zeit für körperliche und bewegungsorientierte Erfahrungen, damit sie über ihre leiblichen Kompetenzen auch ihre materiale und soziale Umwelt besser einschätzen und verstehen können. Mit eindeutigeren Sinn- und Sozialbezügen möchten wir Kindern helfen, den immer größeren Individualisierungsprozessen wirksam entgegenzusteuern. Dabei führen stützende Solidaritätserfahrungen zur Entwicklung von mehr Selbstvertrauen und Selbstachtung, zu einem positiven Selbstkonzept personaler und sozialer Identität. Unsere psychomotorische Auffassung basiert auf dem dialogischen Konzept von Beziehung. In den Überlegungen v. a. von Emmi Pikler, Milani Comparetti, Maria Montessori, Ernst J. Kiphard finden wir wichtige Hilfen für unser pädagogisches, dialog- und bewegungsorientiertes Handeln. Wichtig sind uns die Werte von Achtung, Vertrauen und Liebe genauso wie die von Grenzen, Widerstand und Auseinandersetzung, je nach Entwicklung in unterschiedlicher Gewichtung. Rhythmus bestimmt unser Leben, Freiheit die Suche nach individuellen Stärken, Beziehung die Verlässlichkeit von Interaktion. Es ist der Dialog, der diese Einheit bestimmt. Es ist ein Konzept, Kinder mehr mit ihren Fähigkeiten, ihren ,guten Anteilen’ in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen. Ihnen genügend Zeit für Übergänge und selbstbestimmtes Handeln zu geben. Wir verstehen das Kind als Hauptakteur seiner eigenen Entwicklung, das kreativ und phantasievoll Tätigkeiten entwickelt, spielt, um aktiv und handelnd auf die Umwelt einzuwirken, das die Fähigkeit in sich trägt, sich selbst aufzubauen und so die Basis für die eigene Entwicklung und für soziale Beziehung legt. Denn ‚Mensch-Sein’ beinhaltet immer auch die ‚Mit-Menschlichkeit’ im Miteinander.

Zielgruppe, Zulassungsvoraussetzungen

Mit dem 200-stündigen Lehrgangsprogramm zur „Zusatzqualifikation Psychomotorik“ qualifizieren Sie Ihren Erstberuf zusätzlich durch das Medium Bewegung, mit Blick v. a. in der Einheit von emotional-affektivem (innerlich bewegten, gefühlsmäßigem) und motorischem (nach Außen durch Bewegung gezeigtem) Erleben. Zielgruppe sind bewegungsinteressierte Fachkräfte (PädagogInnen/TherapeutInnen) in Vorschule, Schule und Heim, aus Heil-, Sozial, Sonderpädagogik, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Fachkräfte aus der Behindertenhilfe, Medizin, Psychologie. Auch Eltern und andere Interessierte, die Kindern (auch Kleinkinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren) mehr Raum für sinn- und bewegungsorientierte Freizeit geben möchten, sind herzlich eingeladen. Die Zusatzqualifikation vermittelt keine therapeutischen Kompetenzen im engeren Sinne!

Umfang, Dauer, Zertifizierung

Psychomotorik“ umfasst zeitlich 200 Stunden (160 Unterrichtsstunden sowie ein Literaturstudium von 40 Stunden) innerhalb 12 Monaten. Zum ersten Kurs erhalten Sie zur Vor- und Nachbereitung von Theorie und Praxis als Arbeitsmaterial das Buch von Michael Passolt/Veronika Pinter-Theiss: „Ich hab eine Idee“ (Verlag modernes lernen, 2003). Auch ein IBP- Handout von Arbeitsblättern begleitet die Kurswochenenden.

Die Weiterbildung findet in einer konstanten Gruppe statt. Abschlussarbeit ist die Darstellung eigener psychomotorischer Praxis. Über die 200-stündige Lehrgangsreihe wird gemäß der curricularen Richtlinien des IBP das Zertifikat ,Zusatzqualifikation Psychomotorik‘ vom Institut ausgestellt. Die Zusatzqualifikation Psychomotorik ist anerkannt als Modul 1 in der Weiterbildung zum/zur ‚PsychomotorikerIn (IBP)‘®

Externe Reihen
bieten wir auch außerhalb von Gröbenzell an Ihrem Arbeitsort oder in Ihrer Stadt/Gemeinde an. Sprechen Sie uns bitte bei Interesse an.

Interesse an Psychomotorik? Schnupperkurse in Psychomotorik
In der Regel bieten wir pro Jahr zwei Schnupperkurse an. Praxis steht dabei an vorderster Stelle. Bitte schauen Sie bzgl. der Termine in unser Seminarprogramm.

Termine

Das IBP bietet jährlich mehrere Weiterbildungsreihen (v.a. in Bayern, Baden-Württemberg und in Hessen) an. Die jeweils 7 Kurse finden hauptsächlich an Wochenenden (von Fr. 16 Uhr bis So. 13 Uhr) in schul- und unterrichtsfreien Zeiten statt. Die in Bayern stattfindenden Reihen hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, als eine die staatliche Lehrerfortbildung ergänzende Maßnahme für Lehrkräfte (Sammelbegriff) an Förderschulen sowie an Grund- und Hauptschulen anerkannt.

Anmeldebedingungen und Kosten

Bitte melden Sie sich schriftlich beim IBP an. Die Kursgebühren von 1.180,- Euro (Externe Reihe: 1.260,- Euro) können in einer Zahlung erfolgen. Oder per Dauerauftrag über 12 Monate, jeweils 101,- Euro/Monat (Externe Reihe: 108,- Euro/Monat). Bitte berücksichtigen Sie, dass ein Dauerauftrag geringfügig teurer ist.

Zusatzqualifikation Psychomotorik
Grundkonzept Psychomotorik
Seminarprogramm 2008 Psychomotorik
Fachtagung 2018
Psychomotorische Therapie
Artikel Archiv zur Psychomotorik
Tango Argentino
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